Isernhagen NB-Süd im Wandel der Zeit (1322 - 1950)

Isernhagen NB-Süd im Wandel der Zeit Ein historischer Rückblick. Der heutige im Norden an Bothfeld angrenzende Stadtteil ist gekennzeichnet durch das viele Grün entlang der Strassen, in Waldparzellen und auf den Grundstücken. Typisch sind die handgeschnitzten Strassenschilder. Doch wie war das früher mit Isernhagen NB-Süd? Die nachfolgende Übersicht gibt der Bürgerverein.

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Feld

Der hannoversche Stadtteil Isernhagen-Süd gehörte früher zu dem nördlich gelegenen Isernhagen NB (Niederhägener Bauerschaft, die mit der Kircher Bauerschaft (KB), der Farster Bauerschaft (FB) und der Hohenhorster Bauerschaft (HB) eines der vier Isernhagen-Dörfer gewesen ist.

Waldschmiede und Raseneisenstein
Diese vier Bauerschaften (Waldhufendörfer), die angeblich Europas größtes Reihendorf bilden, sind offenbar planmäßig wohl um das Jahr 1200 entstandene Siedlungen, nachdem in den ausgedehnten Waldgebieten zuvor bereits verstreut sogenannte Waldschmiede ansässig waren, die den hier häufig vorkommenden Raseneisenstein in einem umständlichen Verfahren zu Eisen verarbeitet haben. Aufmerksame Spaziergänger können heute noch große Raseneisensteinbrocken an den Rändern der Äcker finden und zuweilen auch in unserem Stadtteil. Der Name Isernhagen als Yserhaghe 1322 erstmals urkundliech erwähnt, deutet auf diese Eisenerzvorkommen hin.

Es gab auch ein Klein-Isernhagen…
Isernhagen-Süd war bis 1924 nur sehr schwach besiedelt und bestand aus Bauernland und Obstgärten. Die Besiedlung endete damals in Höhe der heutigen Straße „Am Rotdorn“ und wurde als Klein-Isernhagen bezeichnet. Die seitdem eingetretene Bautätigkeit hat erfreulicherweise nicht viel an dem ländlichen Charakter des Landschaftsbildes verändert. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte eine lebhaftere Bebauung ein, die heute als weitgehend abgeschlossen angesehen werden kann. Dieser südliche Siedlungsraum der Gemeinde Isernhagen NB trug nun auch offiziell den Namen Isernhagen NB-Süd. Er hat durch die Besiedlung einen parkartigen Charakter erhalten und bis heute bewahrt.

Trennendes und Verbindendes

Fachwerkhaus am Fasanenkrug

Früher wie heute wird der Stadtteil wird in nördlicher Richtung von der Prüssentrift – der Landesstraße 351 – durchschnitten, die früher als ,,Schweinetrift“ bezeichnet wurde und damit daran erinnerte, daß auf diesem ländlichen Weg die Schweine vom Dorf in das Mastgebiet in „Süd“ getrieben wurden, das mit Eichenwäldern bestanden war. Heute ist diese Straße eine wichtige Ausfallstraße von Hannover nach Norden, über die von 1901 bis 1956 Großburgwedel mit der Stadt Hannover durch eine Straßenbahn verbunden war. Seit 1956 gibt es hier nur noch einen Busverkehr. Die Westseite der „Prüssentrift“ ist inzwischen fast vollständig bebaut, während die Ostseite nördlich des ,,Birkenweges“ als Landschaftsschutzgebiet von einer Bebauung freigehalten worden ist. Gut ausgebaute Landwirtschaftswege laden hier zu ausgedehnten Spaziergängen ein, die durch Felder, Wiesen und Wälder führen. Hier ist ein Naherholungsgebiet entstanden, das mit seiner abwechslungsreichen Gestaltung eine naturnahe „grüne Grenze“ zu den Bauerschaften NB, KB und FB bildet und in dieser Ursprünglichkeit sonst kaum in so großer Nähe zur Stadt zu finden ist.

Das gab Zoff: Die niedersächsische Gebietsreform
Der südliche Zipfel der Niederhägener Bauerschaft wurde anläßlich der niedersächsischen Gebietsreform von Isernhagen NB abgetrennt und dem Gebiet der Stadt Hannover zugeschlagen, obwohl mehr als 80% der Bevölkerung sich für einen Verbleib bei Isernhagen NB ausgesprochen hatten. Gleichzeitig wurden die vier Isernhagen-Dörfer mit Altwarmbüchen und anderen Dörfern zusammen-geschlossen, seitdem tragen sie den gemeinsamen Namen Isernhagen.

Der Bürgerverein
Seit 1950 sorgt sich ein Bürgerverein und in dessen Nachfolge der heutige Bürgerverein Isernhagen-Süd e.V. um die Geschicke des Stadtteiles, um dessen Gestaltung im Einflußbereich einer großen Kommune und um die Erhaltung der historischen Bindungen zum ,,Dorf“.

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